Zink · Ordnungszahl 30
Die Oberhaut nach außen, das Pigmentepithel im Auge nach innen: In beiden Geweben lässt sich Zink in nennenswerter Menge nachweisen. Boracitglanz beschreibt die Biochemie dahinter und gibt die zwei EU-Angaben, die es dazu gibt, jeweils unverändert wieder.
Weiter zur ÜbersichtVier Ausschnitte zu einem einzigen Spurenelement. Die ersten beiden enden mit einer zugelassenen Angabe der Europäischen Union, die beiden folgenden bleiben reine Beschreibung, weil es dafür keinen Registereintrag gibt.
Nach Muskulatur und Skelett zählt die Haut zu den Geweben mit dem größten Zinkbestand des Körpers. Der weitaus größte Anteil davon liegt in der Oberhaut und nicht in der darunterliegenden Lederhaut.
Die Zellen der untersten Hautschicht teilen sich fortlaufend und wandern in einigen Wochen bis an die Oberfläche. Zink liegt dabei an Eiweiße gebunden vor, nicht als freies Ion.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die höchsten Zinkwerte des Auges finden sich nicht in der Netzhaut selbst, sondern in der Zellschicht dahinter — dem Pigmentepithel — sowie in der angrenzenden Aderhaut.
Diese Schicht versorgt die lichtempfindlichen Sinneszellen und nimmt deren verbrauchte Außensegmente auf. Veröffentlichte Messreihen weisen für dieses Gewebe Gehalte aus, die weit über denen der meisten anderen Organe liegen.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Metallothioneine sind kurze, schwefelreiche Eiweiße. Sie binden Zinkionen über Cysteinreste und geben sie bei sinkendem Angebot wieder ab. Nachgewiesen sind sie unter anderem in Haut, Leber und Niere.
Dadurch federt der Organismus Schwankungen der täglichen Zufuhr ab, ohne dass sich der Gehalt im Blut spürbar verschiebt. Ein eigenes Depot wie beim Eisen legt der Körper für Zink hingegen nicht an.
Rein beschreibender Abschnitt. Eine zugelassene EU-Angabe zu diesem Punkt gibt es nicht.
Jedes Molekül dieser Enzymfamilie trägt ein Zinkion im aktiven Zentrum und setzt Kohlendioxid mit Wasser zu Hydrogencarbonat um. Vertreter davon sitzen im Ziliarkörper des Auges ebenso wie in der Haut.
Die Kristallstruktur der Carboanhydrase gehört zu den am längsten aufgeklärten Beispielen für ein zinkhaltiges Enzym und wird in Lehrbüchern bis heute als Musterfall zitiert.
Rein beschreibender Abschnitt. Eine zugelassene EU-Angabe zu diesem Punkt gibt es nicht.
Die kostenpflichtige Fassung führt die vier Ausschnitte dieser Seite aus: Schichtenaufbau der Oberhaut, Zinkverteilung im hinteren Augenabschnitt, Aufnahmewege im Dünndarm, Gehaltstabellen für gebräuchliche Lebensmittel sowie die Fundstellen der beiden Registereinträge. Ausgeliefert wird eine durchsuchbare PDF-Datei.
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Der Körper eines Erwachsenen führt Zink in der Größenordnung weniger Gramm mit sich — verteilt auf Muskulatur, Knochen, Haut, Leber und eine Reihe kleinerer Gewebe. Im Blutplasma zirkuliert davon nur ein Bruchteil, und dieser Bruchteil sagt wenig darüber aus, wie viel in den Geweben gebunden ist.
Chemisch gesehen ist Zink ein zweifach positiv geladenes Ion ohne wechselnde Oxidationsstufe. Anders als Eisen oder Kupfer gibt es im Stoffwechsel keine Elektronen ab und nimmt auch keine auf. Genau diese Reaktionsträgheit macht es zum brauchbaren Bauteil in Eiweißen, die eine feste Geometrie halten müssen.
In Enzymen erfüllt das Ion zwei voneinander getrennte Aufgaben. Sitzt es im aktiven Zentrum, polarisiert es ein Wassermolekül und macht es angreifbar — so arbeiten Carboanhydrasen und eine Reihe von Peptidasen. Sitzt es dagegen zwischen vier Aminosäureseitenketten, hält es einen Abschnitt der Eiweißkette in Form, ohne selbst an einer Reaktion beteiligt zu sein.
Beide Bauformen kommen in Haut- und Augengewebe vor. Die Trennung zwischen katalytischem und strukturellem Zink erklärt auch, warum sich Zählungen der zinkabhängigen Eiweiße in der Fachliteratur je nach Abgrenzungskriterium deutlich unterscheiden.
Die Oberhaut besteht aus mehreren Lagen von Zellen, die von unten nachwachsen, sich mit Keratin füllen und als Hornschicht schließlich abgegeben werden. Der gesamte Durchlauf dauert bei einem gesunden Erwachsenen etwa vier Wochen. Ein Gewebe mit derart hoher Umsatzrate benötigt fortwährend Bausteine, darunter auch Spurenelemente.
Auf diesen Zusammenhang bezieht sich der erste der beiden Einträge, die die Europäische Kommission für Zink freigegeben hat:
„Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Der Satz spricht vom Erhalt eines Zustands, den der Körper von sich aus herstellt. Er sagt nichts über ein sichtbares Ergebnis, über eine Veränderung des Hautbildes oder über einen Verlauf bei einer ärztlich festgestellten Diagnose aus.
Im Auge trifft Licht auf einen Farbstoff, dessen aktiver Bestandteil bei jedem Lichtreiz seine räumliche Form ändert. Damit das Sehen weitergeht, muss dieser Bestandteil zurückgeführt werden — ein Kreislauf, der zu weiten Teilen im Pigmentepithel abläuft und an dem zinkhaltige Enzyme beteiligt sind.
Das erklärt, warum ausgerechnet diese dünne Zellschicht zu den zinkreichsten Geweben des menschlichen Körpers zählt. Der zweite freigegebene Eintrag lautet:
„Zink trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Auch hier gilt: Die Formulierung beschreibt einen Beitrag zu einem Vorgang, der ohnehin läuft. Eine Aussage über Sehschärfe, über das Sehen in der Dämmerung oder über Augenerkrankungen ist damit nicht verbunden und wäre von der Verordnung auch nicht gedeckt.
Beide Sätze gehören demselben Element, sind im Register aber getrennt eingetragen und werden hier deshalb auch getrennt wiedergegeben. Eine zusammengezogene Formulierung wäre nicht zulässig.
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